Die Josef Wund Stiftung aus Stuttgart unterstützt die Wasserforschung in Baden-Württemberg mit 40.000 Euro. Gefördert werden drei wissenschaftliche Workshops der Universitäten Freiburg, Karlsruhe (KIT) und Stuttgart, mit denen junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vernetzt und neue Forschungsimpulse gesetzt werden sollen.
Stiftungsvorstand Christoph Palm: Startschuss für langfristige Förderung der wissenschaftlichen Zusammenarbeit im Netzwerk Wasserforschung
Wissenschaftsministerin Petra Olschowski: Wichtiger Beitrag für den Wissenschaftsstandort Baden-Württemberg
„Die Josef Wund Stiftung will sich auch in den kommenden Jahren für die Wasserforschung im Land engagieren. Wir verstehen die Workshops als Startschuss für eine langfristige Förderung der wissenschaftlichen Zusammenarbeit im Netzwerk Wasserforschung Baden-Württemberg“, sagte Stiftungsvorstand Christoph Palm in Stuttgart. Der hohe Praxisbezug des Formates Workshop ist besonders geeignet, den standort- und fächerübergreifenden Austausch von Ideen und Erkenntnissen zu fördern und so letztlich völlig neue Forschungsansätze zu entwickeln.
Wissenschaftsministerin Petra Olschowski würdigte die Förderung als wichtigen Beitrag für den Wissenschaftsstandort Baden-Württemberg: „Wasser spielt in allen Regionen der Welt als Ressource eine zentrale Rolle – und die Auswirkungen des Klimawandels sind hier besonders spürbar. Das zeigt sich auch in Baden-Württemberg deutlich: durch Dürren, Starkregen oder Belastungen der Gewässer. Umso wichtiger sind starke Netzwerke und exzellente Forschung, die Lösungen für den Schutz von Trinkwasser, Ökosystemen und Infrastruktur entwickeln. Ich danke der Josef-Wund-Stiftung herzlich dafür, dass sie auf diesem Feld so umfassend engagiert ist und insbesondere auch den wissenschaftlichen Nachwuchs langfristig unterstützt.“
Die geförderten Projekte behandelten ein breites Spektrum aktueller Themen.
Die geförderten Projekte:
● Ein Workshop der Universität Freiburg mit Beteiligung des KIT Karlsruhe widmet sich der Hagelforschung. Er soll junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beider Einrichtungen zusammenbringen und Synergien in der gemeinsamen Forschung fördern.
● Ein Workshop des KIT Karlsruhe mit Beteiligung unter anderem der Universitäten Freiburg und Heidelberg widmet sich den Folgen von Flash Droughts. Dabei handelt es sich um Dürren, die sich extrem schnell entwickeln und einsetzen. Ziel ist es, junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Disziplinen zu vernetzen und das Forschungsthema voranzubringen.
● Die Universität Stuttgart behandelt in einem Workshop mit Beteiligung der Hochschule Biberach Spurenstoffe in Mischwasserüberläufen. Dabei geht es um Entlastungsstellen in Kanalnetzen, an denen bei starkem Regen ein Gemisch aus Abwasser und Regenwasser ungeklärt in Gewässer eingeleitet wird. So können Flüsse und Seen stoßartig mit Schadstoffen belastet werden.
Das Netzwerk Wasserforschung mit zahlreichen Hochschulen und Forschungseinrichtungen des Landes sowie einer Geschäftsstelle beim KIT wurde von 2015 bis 2021 vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg gefördert. Zu den zentralen Themen zählen Wasserqualität und Stoffhaushalt, Naturgefahren und Extremereignisse, Ökosysteme und Biodiversität sowie die Governance von Wasser- und Landnutzung. Die Josef Wund Stiftung möchte das Netzwerk in den kommenden Jahren langfristig unterstützen.
Experten warnen seit Jahren vor einer weltweiten Wasserknappheit. Auch in Deutschland geraten Wasserressourcen zunehmend unter Druck, unter anderem durch den Klimawandel und die Belastung der Gewässer mit schädlichen Stoffen. Untersuchungen im Rahmen des Masterplans Wasserversorgung der Landesregierung Baden-Württemberg zeigen, dass mehr als die Hälfte der Kommunen im Jahr 2050 den Spitzenbedarf an Trinkwasser nicht decken kann. Wasserversorgung und Abwasserentsorgung zählen in Deutschland zu den kritischen Infrastrukturen und sind grundlegend für das Funktionieren der Gesellschaft.


